Cannabis als Medizin
Pharmaunternehmen muessen Antrag stellen
Nach dem Willen der Bundesregierung sollen Cannabis-Arzneimittel in Deutschland zugelassen und von Aerzten verschrieben werden koennen.
Franjo Grotenhermen von der Arbeitsgemeinschaft "Cannabis als Medizin" haelt die Neuregelung aber für unzureichend. Die Koalition habe lediglich beschlossen, dass die Medikamente zugelassen werden dürfen, wenn ein Pharmaunternehmen einen entsprechenden Antrag stellt. Bislang gebe es aber nur einen derartigen Antrag für ein Präparat gegen Multiple Sklerose. "Patienten mit anderen Erkrankungen haben auch dann keinen Zugang zu entsprechenden Medikamenten."
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (FDP), bezeichnete das Vorhaben jedoch als wichtigen Schritt für schwerstkranke Menschen. Cannabishaltige Arzneimittel haetten einen nachgewiesenen Nutzen fuer bestimmte Schmerzpatienten.
Auch Eugen Brych von der Deutschen Hospiz Stiftung unterstuetzte das Vorhaben grundsaetzlich: "Weil es unverhaeltnismaessig schwierig ist, Cannabis als Medikament zu erhalten, werden derzeit viele Schmerzpatienten in die Illegalität gedraengt." Bislang gibt es bundesweit lediglich 40 Patienten, die derartige Präparate aus der Apotheke bekommen. Der Cannabis-Wirkstoff Tetrahydrocannabinol ist eigentlich ein Rauschgift, das vor allem aus den Blüten der Hanfpflanze gewonnen und meist als Haschisch oder Marihuana konsumiert wird.